Digitalpakt – Update 9: Ministerin unterzeichnete Vereinbarung

Heute unterschrieb NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer die Verwaltungsvereinbarung zum Digitalpakt – NRW hat die Bund-Länder-Vereinbarung damit ratifiziert.

Als nächsten Schritt möchte NRW nun „schnellstmöglich“ die darin vorgesehenen Förderrichtlinien ausarbeiten.

Die Ministerin wies darauf hin, dass die Schulen ihre Medienkonzepte auf Grundlage des Medienkompetenzrahmens (MKR) NRW überarbeiten bzw. erstellen müssten, um Mittel beantragen zu können.
Die Pressemitteilung enthielt jedoch keinen Hinweis darauf, wann die Lehrpläne angepasst sein werden, in die einerseits die Vermittlung der Kompetenzen nach dem MKR einfließen sollen und nach denen sich andererseits die Medienkonzepte richten sollen.

Frau Gebauer hob die Unterstützungsangebote des Landes hervor:
– Die Gigabit.NRW-Geschäftsstellen bei allen Bezirksregierungen,
– die landesweit 180 Medienberatenden (beraten hauptsächlich Schulen zu Medienkonzepten und zu IT-Ausstattung und deren Einsatz sowie Schulträger zu Medienentwicklungsplanung) und
– Qualifizierung der Medienkoordinierenden (mind. 1/Schule).

Für die „beste Bildung in NRW“ erarbeite ihr Haus zurzeit eine Digitalstrategie, deren Schwerpunkte pädagogische Konzepte, schulische IT-Ausstattung und Aus- und Fortbildung der Lehrenden seien.

Die Ministerin hofft auch künftig auf Bundesmittel für diesen Zweck – die jüngste Steuerschätzung mit rückläufigen Einnahmen lässt dies allerdings nicht erwarten.

Hintergrund: 
Im Rahmen des Digitalpakts stellt der Bund den Ländern nach einer gemeinsam getragenen Verfassungsänderung Mittel zur Verfügung, um die Digitalisierung der Schulen voranzutreiben. Details sind in einer Bund-Länder-Vereinbarung geregelt, deren Regelungen jedoch erst in Kraft treten, wenn der letzte Vertragspartner unterzeichnet hat.
NRW wird über einen Zeitraum von 5 Jahren insgesamt mehr als 1 Mrd. Euro erhalten. 

Jedes Bundesland muss Förderrichtlinien erstellen und zuständige Stellen benennen.
Antragsvoraussetzungen werden u. a. „technisch-pädagogische Einsatzkonzepte“ (sprich: Medienkonzepte) sein. NRW verpflichtete seine Schulen, die Medienkonzepte bis 31.07.2020 am MKR NRW (einschl. des hinzugenommenen Kompetenzbereichs „Problemlösen und Modellieren“) auszurichten. Der MKR soll zugleich in neue Lehrpläne aufgenommen werden, zzt. liegen Entwürfe für Sek. I am Gymnasium vor, andere Schulformen und -stufen stehen noch aus.

(zur Pressemitteilung MSB NRW)

Digitalpakt – Update 8: Die Schwierigkeiten

Der im Bereich der Infrastruktur gesetzte Schwerpunkt des Digitalpakts ist zu begrüßen: Mit der „Finanzspritze“ lassen sich Planung, Beschaffung und Inbetriebsetzung strukturierter Vernetzungen, WLANs, Server-/Speicherlösungen oder Aufbau bzw. Weiterentwicklung von Lern-/Kommunikationsplattformen oder Cloudangeboten realisieren. Hierbei handelt es sich um Investitionen, die zumeist lange genutzt werden können.

Anders verhält es sich hingegen bei ebenfalls unbeschränkt förderfähigen „Anzeige- und Interaktionsgeräten“ (d. h. IWBs, interaktive Displays, Beamer oder Großmonitore), deren Nutzungsdauer max. 10 Jahre betragen dürfte: Hier ist die Anschaffung ohne größeren planerischen Vorlauf möglich, jedoch sollte bei Lieferung gleich bedacht werden, wie man das Nachfolgeprodukt einige Jahre später sowie die Entsorgung des Altgerätes finanziert.

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Digitalpakt – Update 7: Der Bund ist fertig

Erwartungsgemäß nahm auch der Bundesrat in seiner Sitzung am 15.03.2019 das Vermittlungsergebnis an. Die Grundgesetzänderung kann – nach entsprechender Verkündung – nunmehr in Kraft treten. Die Schulen in NRW können sich auf insgesamt  ca. 1,16 Mrd. Euro in 5 Jahren freuen.

Die Länder sind nun nach einer Verwaltungsvereinbarung aufgefordert, Antragsverfahren zu entwickeln und verantwortliche Behörden als Ansprechpartner für Bund und Schulträger zu benennen.
Auch aufgrund haushalts-, vergabe- und förderrechtlicher Bestimmungen kann realistischerweise von einer Verfügbarkeit der Mittel in größerem Umfang erst im Jahr 2020 ausgegangen werden, kleinere Budgets für Beschaffungen ohne Ausschreibungsbedarf könnten den Schulen evtl. auch noch in diesem Jahr zugute kommen.

Antragsberechtigt werden die Schulträger sein, Mittel können für einzelne Schulen nur nach Vorlage und Prüfung eines technisch-pädagogischen Einsatzkonzeptes, also eines Medienkonzepts, bewilligt werden.

Da Schulträger müssen zwingend eine Investitionsplanung für alle in die Anträge einzubeziehenden Schulen vorlegen, die auch den IT-Support umfasst – dies kommt einer Medienentwicklungsplanung gleich, die sich hier dringend empfiehlt.

Digitalpakt – Update 6: Vermittlung abgeschlossen

Der vom Bundesrat angerufene Vermittlungsausschuss beschloss am 20.02.2019 den durch eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe vorbereiteten Kompromiss. Es wurden Formulierungen angepasst und die Kontrollrechte des Bundes reglementiert, insbesondere aber wurde die 50/50-Regelung für bestimmte Vorhaben gestrichen, nach der die Länder die Bundesmittel in selber Höhe um Eigenmittel hätten verstärken müssen.

Jetzt müssen sowohl Bundestag als auch Bundesrat das Ergebnis jeweils mit 2/3-Mehrheit annehmen.

Der Bundestag stimmte bereits in seiner Sitzung am 21.02.2019 zu. Der Bundesrat wird am 15.03.2019 abstimmen.

Kommunale Spitzenverbände berieten IT-Kosten an Schulen

Vertreter der kommunalen Spitzenverbände (Städte- und Gemeindebund, Städtetag und Landkreistag) in NRW verschafften sich am 13.02.2019 im Rahmen eines informellen Arbeitstreffens unter Rückgriff auf die Praxis einen ersten Überblick über Kostenbestandteile der Schul-IT, die neben den zurzeit viel diskutierten Anschaffungskosten (Stichwort: Digitalpakt) auch Vorbereitungs-/Planungskosten, vor allem aber laufende Betriebs- und Personalkosten umfassen.

Ziel ist es, Kostengrößen für verschiedene Standards zu benennen, um mit dem Land NRW über dauerhaft auskömmliche Finanzierung verhandeln zu können. Der Prozess wird fortgesetzt.

Digitalpakt – Update 5: Vermittlung in progress

Der im Dezember 2018 angerufene Vermittlungsausschuss hat sich in seiner Sitzung am 30.01.2019 konstituiert; quartalsweise wechselnd teilen sich Hermann Gröhe MdB und MPin Manuela Schwesig den Vorsitz.

Die Beratung der Grundgesetzänderung wurde vertagt und hierzu eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Bisheriger Stand: Die Länder vertreten teils die Auffassung, der Digitalpakt lasse sich ohne GG-Änderung umsetzen, sehen aber überwiegend durch die erst Ende November 2018 in die Beschlussvorlagen aufgenommenen Änderungen zu große Eingriffe des Bundes.  Insbesondere die ab 2020 vorgesehenen Finanzregeln, nach denen die Länder die Bundesmittel in gleicher Höhe um Eigenmittel verstärken müssen, dürfte finanzschwache Länder überfordern (50:50-Regel); zum Start des Digitalpakts ist allerdings noch eine 90:10-Regel vorgesehen.

Nächste Sitzung des Vermittlungsausschusses am 20.02.2019, 19.00 Uhr;
übrigens, auf der didacta scharren in jenen Tagen die verkaufswilligen Anbieter mit den Füßen…

didacta 2019 – wieder in Kölle

2 Wochen nach der ISE (Amsterdam, 05.-08.02.2019), 3 Wochen nach der LEARNTEC (Karlsruhe, 29.-31.01.2019) und 4 Wochen nach der BETT (London, 23.-26.01.2019) kommt die Technologie in der Bildung mit der didacta auch in die Region – nach Köln.

Besuchen Sie vom 19.-23.02.2019 Europas größte Fachmesse für Bildung: In Halle 6 werden sich Technologie-Anbieter präsentieren, jedoch wird die Digitalität auch bei anderen Auftritten (etwa bei den Schulbuchverlagen oder im umfangreichen Rahmenprogramm) eine wichtige Rolle spielen.

Jahresinvestitionsgespräche 2019

Diesmal vor der Fastenzeit: Montag, 25.02. und Mittwoch, 27.02.2019 finden die diesjährigen Investitionsgespräche mit den städtischen Schulen statt, erneut moderiert von Herrn Dr. Detlef Garbe (Dr. Garbe & Lexis) und beratend begleitet von Herrn Wolfgang Wirtz (Leitungsmitglied und Medienberater KT Rhein-Sieg-Kreis).

Vorläufiger Zeitplan: Jahresinvestitionsgespräche 2019 Termine

Digitalpakt – Update 4: Nächste Runde

Nach der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz verständigten sich alle Landeschefinnen und -chefs darauf, den Vermittlungsausschuss anzurufen.

Ziel eines solchen Verfahrens ist es, eine ausgewogene Regelung zu finden, denen Bundestag und Bundesrat schließlich zustimmen können.

Es tritt also eine weitere Verzögerung ein, allerdings verbunden mit der Chance, Vereinbarungen zu treffen, die die Bereitstellung der Bundesmittel und deren Verteilung unter Wahrung der Interessen der Länder sicherstellt.

Auch gibt das Verfahren der jüngst entstandenen breiten öffentlichen Debatte Raum zur Versachlichung und Ländern, Schulen sowie Schulträgern Gelegenheit, zumindest Grundsteine zur Schaffung dauerhafter Strukturen zu legen, um die Mittel nachhaltig und nicht lediglich für einen einmaligen Ausstattungseffekt einzusetzen.

Schulklassen für mediale Geschichtsexkursion?

Die Sparkassen-Stiftung ermöglicht Klassen der Sekundarstufen I+II Ende Januar 2019 die Teilnahme an kostenlosen 3-stündigen Exkursionen durch Köln.
Alle Gruppen werden durch Studierende begleitet, Tablets werden zur Verfügung gestellt, es können div. Themen gewählt werden (römisches Köln, Köln zur NS-Zeit u. a.), An- und Abreise müssen selbst organisiert werden.
Hinweis hier: https://digitaleducation.cologne/news/wir-suchen-mediale-geschichtsexkursion